Portugal bei der WM 2026 — Kader, Gruppe K und Quoten

Portugals Nationalmannschaft bei der WM 2026 — neue Ära in Gruppe K mit Kolumbien, DR Kongo und Usbekistan

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Die Frage, die Portugal bei der WM 2026 definiert, lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: nach Ronaldo. Cristiano Ronaldo, der mit 41 Jahren vermutlich nicht mehr zum WM-Kader gehören wird, hat 130 Tore in 207 Länderspielen erzielt — Rekorde, die möglicherweise nie gebrochen werden. Sein Abgang aus der ersten Reihe des portugiesischen Fussballs hinterlässt ein Vakuum, das grösser ist als ein einzelner Spieler. Doch hinter dem Schatten des Giganten wächst eine Generation heran, die keinen Grund hat, sich zu verstecken: Rafael Leão, Bernardo Silva, Bruno Fernandes, João Félix, Pedro Neto — Namen, die in Europas Topligen glänzen und die das Potenzial haben, Portugal in eine neue Ära zu führen. Gruppe K mit Kolumbien, DR Kongo und Usbekistan ist eine Gruppe, die Portugal als Favorit betreten wird — aber Kolumbien als südamerikanischer Vizemeister der Copa América 2024 ist ein Gegner, der die Seleção das Fürchten lehren kann. In meiner Analyse bewerte ich Portugals Chancen ohne ihren grössten Spieler aller Zeiten — und die Frage, ob das Team besser wird, wenn die Erwartung, den Ball zu Ronaldo zu spielen, endlich wegfällt.

Qualifikation und Formlage — der stille Übergang

Portugals Qualifikation zur WM 2026 war das, was die Engländer „quietly efficient“ nennen würden: leise, effizient, ohne Drama. Acht Siege und zwei Unentschieden in zehn Spielen, 24:5 Tore, Platz eins in der Gruppe. Die Ergebnisse sprechen für sich, aber die Geschichte dahinter ist interessanter als die Zahlen vermuten lassen. Trainer Roberto Martínez, der nach der EM 2024 im Amt blieb, nutzte die Qualifikation, um den sanften Übergang von der Ronaldo-Ära zur Post-Ronaldo-Ära einzuleiten. In den letzten vier Qualifikationsspielen spielte Ronaldo nicht mehr — offiziell wegen Belastungssteuerung, inoffiziell als Test, ob die Mannschaft ohne ihren Kapitän funktioniert.

Die Antwort war überraschend deutlich: ja, und zwar besser als erwartet. Ohne Ronaldo erzielte Portugal 3,0 Tore pro Spiel bei einem xG von 2,6 — mit Ronaldo lagen die Werte bei 2,3 Toren und 2,1 xG. Die Mannschaft spielt ohne ihren Superstar offensiver, schneller und variabler im Angriff, weil der Ball nicht mehr automatisch zum zentralen Stürmer muss, sondern über die Flügel verteilt wird und mehr Spieler in Abschlusspositionen kommen. Die defensive Bilanz blieb stabil: fünf Gegentore in zehn Spielen, 0,5 pro Partie. Die Expected-Goals-Differenz von +11,3 zeigt, dass Portugals Dominanz nicht auf Einzelaktionen basiert, sondern auf einer systematischen Überlegenheit, die unabhängig von Ronaldo funktioniert. Das ist die vielleicht wichtigste Erkenntnis der gesamten Qualifikation — und ein Faktor, den die Wettmärkte noch nicht vollständig eingepreist haben.

Kader und Schlüsselspieler — Portugals neue Welle

SpielerPositionVereinLänderspieleAlter
Diogo CostaTorFC Porto1826
Rúben DiasInnenverteidigungManchester City4829
António SilvaInnenverteidigungBenfica1822
Bernardo SilvaMittelfeldManchester City9031
Bruno FernandesOffensives MittelfeldManchester United6531
VitinhaZentrales MittelfeldPSG2826
Rafael LeãoLinksaussenAC Mailand3227
Pedro NetoRechtsaussenArsenal1526
João FélixStürmer / Hängende SpitzeChelsea3526
Gonçalo RamosStürmerPSG1825

Rafael Leão von der AC Mailand ist der Spieler, der Portugals Offensive bei der WM 2026 tragen wird. Mit seiner Geschwindigkeit, seinem Dribbling und seiner Unberechenbarkeit erinnert er an einen jungen Ronaldo — nur mit mehr Teamplay und weniger Ego. In der Serie A hat er sich als einer der gefährlichsten Flügelspieler Europas etabliert: über 1 500 erfolgreiche Dribblings in den letzten drei Saisons, mehr als jeder andere Spieler in den fünf grossen Ligen. Bernardo Silva von Manchester City liefert im Mittelfeld die taktische Intelligenz, die jedes System braucht. Bruno Fernandes von Manchester United bringt die Tore und Assists aus dem Mittelfeld — in der Qualifikation erzielte er sechs Tore und legte vier weitere auf, was ihn zum produktivsten portugiesischen Spieler der Kampagne machte. Pedro Neto ergänzt die Offensive mit Tempo und Kreativität auf der rechten Seite, während Vitinha von PSG das Zentrum kontrolliert. In der Defensive setzt Portugal auf Rúben Dias und António Silva als Innenverteidiger-Duo — Premier-League-Härte trifft auf Benficas technische Ausbildung. Gonçalo Ramos hat sich bei PSG als zentraler Stürmer etabliert und bringt das physische Profil mit, das Ronaldo in seinen besten Jahren hatte: Kopfballstärke, Präsenz im Strafraum, die Fähigkeit, aus halben Chancen Tore zu machen.

Gruppe K — Kolumbien als Knackpunkt

Kolumbien ist der Gegner, der Portugals WM-Schicksal bestimmen kann. Die Cafeteros haben bei der Copa América 2024 das Finale erreicht und dabei unter anderem Brasilien und Uruguay aus dem Weg geräumt — das ist keine Mannschaft, die man auf die leichte Schulter nimmt. Luis Díaz von Liverpool bringt Premier-League-Qualität auf dem Flügel, Jhon Durán als junger Stürmer hat bei Aston Villa gezeigt, dass er auf höchstem Niveau treffen kann, und das kolumbianische Mittelfeld um Richard Ríos und Jefferson Lerma gibt der Mannschaft eine Stabilität, die bei der Copa América den Unterschied machte. Das Spiel Portugal gegen Kolumbien wird wahrscheinlich über den Gruppensieg entscheiden — der Sieger bekommt den leichteren Weg durch den Turnierbaum, der Verlierer muss möglicherweise früher auf einen Topfavoriten treffen.

DR Kongo bringt die afrikanische Dynamik in die Gruppe — physisch stark, leidenschaftlich, mit schnellen Kontern über die Flügel. Die kongolesische Mannschaft hat sich nach dem Halbfinaleinzug beim Afrika-Cup 2024 als ernstzunehmende Kraft etabliert und wird für Portugal kein Selbstläufer sein. Chancel Mbemba als erfahrener Verteidiger und die schnellen Offensivspieler machen die DR Kongo zu einem unbequemen Gegner, der in einem einzelnen Spiel jeden schlagen kann. Usbekistan als WM-Neuling vervollständigt die Gruppe und wird für Portugal eine Pflichtaufgabe sein, die professionell erledigt werden muss — drei Punkte zum Auftakt sind die Grundlage für alles, was danach kommt.

Wettquoten und Turnierchancen

Portugal wird in den Wettmärkten mit Quoten zwischen 15.00 und 20.00 auf den Turniersieg gehandelt — ein Wert, der eine implizite Wahrscheinlichkeit von fünf bis sieben Prozent reflektiert. Das ist die zweite Reihe der Favoriten, hinter Frankreich, England, Argentinien, Deutschland und Spanien. Mein Modell kommt auf sechs Prozent, was im Einklang mit dem Markt liegt. Die Gruppenquoten sehen Portugal als Gruppensiegerin bei 1.65, das Weiterkommen bei 1.15 — Kolumbien als starker Konkurrent um Platz eins drückt die Quote etwas. Wo ich Value sehe: im Markt auf das Erreichen des Viertelfinals. Bei einer Quote von 2.50 und einer von mir geschätzten Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent ergibt sich ein positiver Erwartungswert. Portugals Kader hat die Qualität für einen tiefen Turnierlauf — die Frage ist nur, ob der Post-Ronaldo-Übergang bei einem WM-Turnier so reibungslos funktioniert wie in der Qualifikation. Die WM 2026 Teamübersicht bietet den vollständigen Quotenvergleich aller 48 Teilnehmer.

Eine neue Seleção

Portugal bei der WM 2026 ist ein Team im Wandel — und genau das macht es so interessant. Die Ära Ronaldo geht zu Ende, aber was folgt, hat das Potenzial, ebenso aufregend zu sein. Leão, Silva, Fernandes, Neto — das sind keine Ersatzspieler, sondern Stars in eigenen Recht. Gruppe K ist machbar, wenn Portugal gegen Kolumbien besteht. Was danach kommt, hängt davon ab, ob die neue Generation die Nervenstärke mitbringt, die grosse Turniere erfordern. Die Quoten reflektieren Portugals Status als solider Mitfavorit, und die Daten stützen diese Einschätzung. Ob die Seleção ohne ihren grössten Spieler stärker oder schwächer ist, wird die WM 2026 beantworten — und die Antwort könnte überraschen.

Spielt Ronaldo bei der WM 2026?
Cristiano Ronaldos Teilnahme an der WM 2026 ist unwahrscheinlich. Mit 41 Jahren und in der saudischen Liga aktiv, deutet vieles auf ein Ende der Länderspielkarriere hin. Portugal hat den Übergang in der Qualifikation bereits eingeleitet und spielt ohne Ronaldo offensiver.
In welcher Gruppe ist Portugal bei der WM 2026?
Portugal spielt in Gruppe K zusammen mit Kolumbien (Copa-América-Finalist 2024), DR Kongo und Usbekistan. Das Schlüsselspiel gegen Kolumbien dürfte über den Gruppensieg entscheiden.